Bespitzelung ist eher die Regel

26. Mai 2008 at 11:44 (Deutschland) (, , , , , , , , , , )

Es mag sogar manchen unschuldigen Geist überrascht haben, was nun nach und nach auf die Titelseiten der Mainstream-Presse gelangt: Da werden nicht nur niedrige Arbeitstiere in Supermärkten oder Fastfood-Ketten ausspioniert, sondern auch ranghohe Konzern-Manager. Ab gewissen Grössenordnungen des betrieblichen Umfeldes kann sich eigentlich niemand von fremdem Blicken sicher fühlen.
Zählen wir einmal einige Bespitzerlungsaffären der jüngsten Zeit auf, um uns zu fragen, ob es denn in in Grossbetrieben so etwas wie nicht-überwachte Arbeitsplätze gibt.

Aber hey, der Heimweg führt ja auch über öffentliche Plätze (Hallo,Kameras!), Hauptverkehrsadern (Hallo,Verkehrsleitsystem!) und dann ist man schon in der Miets- (Hallo,Vermieter!) oder Stadtwohnung (Hallo,Schily!) angekommen! Puhu, schnell die Flimmerkiste an und über die Deppen in der sechzigsten Staffel des Big-Brotherhauses wundern! 😉 Das Gehirn der Menschen lernt wohl auch langsam Kameras in den toten Winkel unseres Bewusstseins zu verschieben. 😉


Die Deutsche Telekom soll heimlich Telefon-Verbindungsdaten ihrer Manager ausspioniert haben, um undichte Stellen in Vorstand und Aufsichtsrat aufzuspüren.

Nach derzeitigen Erkenntnissen sei es 2005 und nach aktuellen Behauptungen auch 2006 zu einer missbräuchlichen Nutzung von Verbindungsdaten gekommen, teilte das Unternehmen am Samstag in Bonn mit und bestätigte damit einen Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel. „Wir haben die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und werden sie bei ihren Bemühungen um eine lückenlose Aufklärung unterstützen“, sagte Telekom-Chef René Obermann laut Mitteilung.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28007/1.html

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,k-7122,00.html
Update Telekom – 20.06.2008:
„Langjährige Kultur des Missbrauchs kritischer Daten“

Systematische Kontrolle bei Burger King? Der Gewerkschaft NGG zufolge nutzt die Schnellrestaurant-Kette die Videoüberwachung in den Filialen, um ihren Mitarbeitern auf die Finger zu schauen. Jetzt liegen interne Dokumente dazu vor.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,554972,00.html

Der Lidl-Skandal ist offenbar kein Einzelfall. Die Gewerkschaft Ver.di erhebt nun Spionage-Vorwürfe gegen weitere Discounter. Auch Schlecker soll Arbeitnehmer ausspioniert haben. SPD-General Heil fordert indes, die Würde der Beschäftigten zu wahren – das Verhalten von Lidl nennt er „widerlich“.
http://www.welt.de/wirtschaft/article1852686/Auch_Schlecker_soll_Mitarbeiter_bespitzelt_haben.html

Und um der Überschrift noch einen anderen Sinn zu geben: Bei Lidl durfte während der Arbeitszeit niemand die Toilette betreten, ausser eine Dame hatte ihre Regel. Dies musste jedoch durch eine Armbinde erkenntlich sein. Wie krass kann das alles noch werden, fragt man sich da zurecht!:

Versteckte Kameras, seitenlange Protokolle: Lidl hat Mitarbeiter in vielen Filialen überwacht. Notiert wurden private Gespräche, Lebenssituation und Arbeitsweise der Angestellten. Dass die heimliche Bespitzelung illegal ist, schien den Lebensmittel-Discounter wenig zu stören.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,543431,00.html

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